Per Navi durch den Hals-Nasen-Ohren-Raum:

Das Gymnasium Spaichingen ist stolzer Besitzer eines Hals-Nasen-Ohren-Navigationgerätes. Am 17. Juni durften Lehrerinnen und Lehrer der Fachschaft Biologie das Wunderwerk der Medizintechnik in Empfang nehmen – ein Geschenk des Unternehmens Karl Storz aus Tuttlingen.

Auf „persönlichen Wunsch“ von Geschäftsführer Karl-Christian Storz sollten acht Schulen mit HNO-Navigationsgeräten ausgestattet werden, erklärte Carmen Butsch bei der Übergabe. Voraussetzung: Die Schulen sollten einen Schwerpunkt im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) haben und sich in besonderem Maße beim Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ engagieren, so die Patenbeauftragte des Unternehmens für Jugend forscht. „Uns ist es wichtig, dass Kinder von klein auf mit modernster Technik in Kontakt kommen“, begründete Carmen Butsch das Engagement des Medizintechnik-Unternehmens im Bereich der Schulen. „Wir brauchen Ingenieure und Innovation auch in Zukunft“, so die Patenbeauftragte. Unterrichtsstoff müsse  „live gelebt statt abstrakt gelehrt“ werden, sagte Butsch weiter.

Das neue HNO-Navigationsgerät soll nun in der Jugend-forscht-Arbeitsgemeinschaft (AG) des Gymnasiums, in den Fächern Biologie, Naturwissenschaft und Technik (NwT) sowie im Physikunterricht zum Einsatz kommen.

Produktmanager Stefan Ringgenburger vom Unternehmen Karl Storz zeigte den Lehrerinnen und Lehrern wies’s geht. Im Grunde sei das HNO-Navigationsgerät mit einem Navi im Straßenverkehr vergleichbar, so Ringgenburger. Wenn Ärztinnen und Ärzte eine Sonde durch die Nase eines Patienten einführen, sehen sie auf einem Bildschirm millimetergenau, wo im Kopf sie sich gerade befinden, können Zielpunkte setzen und sich den Weg dorthin zeigen lassen. 90 bis 95 Prozent der HNO-Eingriffe würden heutzutage mit solchen Navigationsgeräten gemacht, wusste der Produktmanager.

An echten Menschen kommt das HNO-Navigationsgerät im Schulbetrieb jedoch nicht zum Einsatz. Stattdessen liegt ein so genannter Phantomkopf aus Kunststoff auf dem rechteckigen Kasten, der ein Magnetfeld erzeugt und die Navigation erst möglich macht. Während im Biologieunterricht vor allem die Anatomie des Hals-Nasen-Ohren-Raums im Mittelpunkt stehen dürfte, werden sich die Physik- sowie NwT-Schülerinnen und Schüler wohl vor allem für die Funktionsweise und Technik des Gerätes interessieren.

Die bei der Einführung anwesenden Lehrerinnen und Lehrer hatten jedenfalls bereits Spaß beim Ausprobieren des Gerätes – auch Schulleiter und Geisteswissenschaftler Jürgen Pach.

Föhl