Germanist und Theologe geht in den Ruhestand:

Das Ende eines Schuljahres ist für das Gymnasium Spaichingen auch immer mit Abschiednehmen verbunden. Neben fünf Referendarinnen und Referendaren sagte Schulleiter Jürgen Pach auch einem langjährigen Kollegen Lebewohl: Oberstudienrat Christoph Geißler geht nach 23 Jahren am Gymnasium in den Ruhestand.

Im September 2003 war der promovierte Germanist an die Schule gekommen, nachdem er zehn Jahre lang in den USA gelebt und gearbeitet hatte. Der gebürtige Würzburger unterrichtete neben Deutsch vor allem auch das Fach katholische Religion, dessen Fachschaft er mehrere Jahre leitete. Geißler war zudem verantwortlich für den Ungarnaustausch des Gymnasiums. Zudem organisierte er mehrere Studienfahrten für die Oberstufe.

Christoph Geißler habe seine „Spuren an dieser Schule hinterlassen“, viele Schülerinnen und Schüler würden sich an ihn und seinen Unterricht erinnern, sagte Jürgen Pach in seiner Abschiedsrede und dankte dem Lehrer für seine Arbeit und seinen Einsatz.

Der Schulleiter hob auch das Engagement des scheidenden Oberstudienrates für die beiden Hilfsprojekte in Ecuador und Madagaskar hervor, die das Gymnasium seit vielen Jahren finanziell unterstützt. Geißler habe die Schulgemeinschaft immer wieder an die „Verantwortung gegenüber den im Leben weniger Gutgestellten erinnert und klar gemacht, dass man Schwächeren helfen muss“, betonte Pach und verwies auch auf das „Jufam“ Projekt, das Christoph Geißler lange betreut hat. „Jufam“ steht für „Junge Freunde für andere Menschen“. Im Rahmen des Projektes besuchen Schülerinnen und Schüler wöchentlich Bewohner des Altenzentrum St. Josef sowie Menschen mit Behinderung im Haus St. Agnes.

Die Lehrerinnen und Lehrer der Fachschaften Deutsch und Religion verabschiedeten sich von ihrem Kollegen mit einer Rede und indem sie eine „Richtigstellung“ von Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“ aufführten, in der nicht Tell der Held des Stücks war, sondern dessen Gegenspieler Gessler, der eigentlich natürlich Geißler hieß.

Anderthalb Jahre haben die Referendarinnen Molly Doo, Alison Kusche und Vahide Shabani sowie die Referendare Felix Mauch und Philipp Straßer am Gymnasium Spaichingen verbracht und den praktischen Teil ihrer Ausbildung zu Lehrerinnen und Lehrern absolviert. „Sie haben uns bereichert“, bescheinigte Jürgen Pach den jungen Lehrkräften und lobte deren Engagement auch außerhalb des Unterrichts, etwa in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften oder bei besonderen Veranstaltungen wie dem Schule-als-Staat-Projekt, dem Winterball und dem Kleinkunstabend „Musik und Poesie“. Der Schulleiter bedauerte, dass die momentane Stellensituation es nicht zulasse, dass die Fünf auch weiterhin am Gymnasium Spaichingen unterrichten. „Wir hätten Sie alle gerne behalten“, so Pach.

Föhl