Tino Leo zeigt eindringliches Einmannstück über Freiheit und Demokratie:
Am Folgetag war der Schauspieler Tino Leo erneut in der Mediathek unseres Gymnasiums zu Gast und präsentierte für die 11. Klassen sein selbstverfasstes Einmannstück „Einigkeit und Recht und Freiheit“.
Im Mittelpunkt der Aufführung standen die Kämpfe um Freiheit und Demokratie in der deutschen Geschichte: die Revolution von 1848 und die Ereignisse rund um die Frankfurter Paulskirche. Tino Leo zeigte dabei eindrucksvoll, mit welcher Entschlossenheit, Begeisterung und auch mit welchem persönlichen Risiko Menschen damals für demokratische Rechte eingetreten sind. Besonders die vielen Opfer, die in diesem Kampf ums Leben kamen, machten die Darstellung sehr ergreifend und hinterließen bei den Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck.
Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren beeindruckt von der Intensität der Darstellung und der Hingabe, mit der historische Persönlichkeiten verkörpert wurden. Zwei Rollen stachen dabei besonders hervor: Heinrich von Gagern, der als Präsident der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche eine zentrale Rolle für die erste deutsche Demokratiebewegung spielte, sowie Johann Adam von Itzstein, einer der bedeutenden liberalen Vordenker der Märzrevolution und ein wichtiger Unterstützer parlamentarischer Freiheit. Beide Figuren wurden von Tino Leo äußerst eindringlich und lebendig dargestellt und machten die historischen Ereignisse greifbar.
Besonders deutlich wurde dabei auch die außergewöhnliche schauspielerische Wandlungsfähigkeit Tino Leos. Seine Spielfreude und sein Können zeigten sich eindrucksvoll in der Darstellung des Kaisers: Mit vorgeschobenem Unterkiefer, schwerfälliger Körperhaltung und einem bewusst sperrigen Bewegungsmuster ließ er die Figur auf einen Stuhl ächzen und sprach mit autoritärer Stimme den Satz: „Gott hat mich auf diesen Thron gesetzt.“ Diese Szene blieb vielen Zuschauenden besonders im Gedächtnis, da sie die überholten Machtstrukturen jener Zeit eindrücklich verdeutlichte.
Die Aufführung wurde vom Bürgerverein Demokratieort Paulskirche e.V. gesponsert, wofür sich die Schule herzlich bedanken möchte. Im Anschluss moderierte der Geschäftsführer Ansgar Kemmern die Veranstaltung. Dabei schlug er einen wichtigen Bogen von der Rolle des Publikums in einem Theaterstück hin zur aktiven Rolle jedes Einzelnen in unserer Demokratie.
Er betonte, dass es nicht genügt, nur zuzusehen, sondern dass demokratische Gesellschaften von Menschen leben, die ihre Meinung äußern, Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen.
Am Ende der Veranstaltung zeigten sich viele Schülerinnen und Schüler beeindruckt von der emotionalen Kraft der Inszenierung, der aufwändigen vorangegangenen Recherche und unfassbaren Textleistung Tino Leos und der aktuellen Bedeutung der Themen.
Edahbi

