Sommer, Sonne, Solarzelle:
Die letzten Sommerferien vor dem Abitur freiwillig wieder in der Schule verbringen? Was auf den ersten Blick vielleicht etwas verrückt klingt, hat mir einen Sommer beschert, den ich so schnell nicht vergessen werde. Vom 13. bis 29. August 2026 durfte ich 16 Tage bei der Deutschen SchülerAkademie (DSA) in Schwäbisch Gmünd verbringen. Dabei habe ich nicht nur fachlich unglaublich viel dazugelernt, sondern vor allem viele besondere Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen.
Die Deutsche SchülerAkademie ist ein außerschulisches Programm zur Förderung besonders leistungsfähiger und motivierter Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Während der Sommerferien finden an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland Akademien statt, bei denen jeweils mehrere Kurse aus ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen angeboten werden – von Psychologie über Spieltheorie bis hin zu Linguistik. In Schwäbisch Gmünd kamen so insgesamt rund 115 Teilnehmende und Kursleitende zusammen, die für 16 Tage gemeinsam gelernt, diskutiert und gelebt haben.
Mein Kurs trug den passenden Titel „Good Morning, Sunshine!“ und beschäftigte sich mit erneuerbaren Energien. In diesen zwei Wochen habe ich erfahren, wie Solarzellen, Wärmepumpen und Photokatalysatoren funktionieren, Interviews mit Fachleuten geführt und bei einem Ausflug einen nahegelegenen Solarpark besucht. Dabei ging es nicht nur darum, theoretisches Wissen zu sammeln, sondern auch darum, selbst Fragen zu stellen, zu diskutieren und wissenschaftlich zu arbeiten.
Eine Besonderheit der DSA Schwäbisch Gmünd war außerdem, dass wir an einer wissenschaftlichen Studie zum Thema „soziale Energie“ teilnehmen konnten. Dafür wurden unter anderem Interviews mit uns geführt und physiologische Messungen vorgenommen. Stattgefunden hat die Akademie auf dem Gelände des Landesgymnasiums für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd, dessen Internat für diese Tage zu unserem Zuhause wurde.
Doch die DSA bestand bei Weitem nicht nur aus unseren Kursen. Gerade das, was außerhalb des Kurses passierte, machte diese Zeit so besonders. Lange Abende, spontane und manchmal ziemlich verrückte Sidequests, Gespräche über Zukunftspläne und unzählige gemeinsame Aktionen gehörten genauso dazu. Gleichzeitig hatten wir die Gelegenheit, mit spannenden Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung ins Gespräch zu kommen – darunter der Soziologe Hartmut Rosa, Studierende internationaler Universitäten und Fachleute aus verschiedenen Bereichen.
Nicht umsonst wurde die DSA immer wieder als „Ermöglichungsakademie“ bezeichnet: Wer eine Idee hatte, bekam die Chance, sie umzusetzen. Sogar unser eigener Akademie-Pulli entstand auf diese Weise. Für mich war es besonders schön, dass ich das Design dafür gestalten durfte und am Ende alle mit einem gemeinsamen Erinnerungsstück nach Hause gegangen sind.
Rückblickend war es eine der besten Entscheidungen meines Sommers, diese 16 Ferientage genau so zu verbringen. Aus Menschen, die sich vorher nicht kannten und aus ganz Deutschland angereist waren, wurde innerhalb kürzester Zeit eine unglaublich enge „Familie”. Auch wenn die Akademie nach zwei Wochen vorbei war, sind die Freundschaften geblieben und ich freue mich jetzt schon auf unser nächstes Wiedersehen.
Wer einmal die Möglichkeit bekommt, durch einen Schul- oder Selbstvorschlag an einer Deutschen SchülerAkademie teilzunehmen, dem kann ich nur raten: Traut euch und nutzt diese Chance. Vielleicht werden aus zwei Wochen Sommerferien am Ende Erinnerungen, die sehr viel länger bleiben.
Melissa Horras


