Mit Musik, Theater und Akrobatik durch fremde Welten:

„Musik und Poesie“ heißt der jährliche Kleinkunstabend am Gymnasium Spaichingen, bei dem die Schule zeigt, dass sie neben Naturwissenschaften auch Kunst kann. Der diesjährige Abend am Mittwoch, 11. März, stand unter dem Motto „Fremde Welten“. Viele Schülerinnen und Schüler, Eltern und Angehörige sowie Lehrerinnen und Lehrer wollten sich diese Reise in unbekannte Sphären nicht entgehen lassen und füllten die Aula bis auf den letzten Platz.

Gleich zu Anfang schickte die Bigband des Gymnasiums unter der Leitung von Musiklehrerin Ute Aippersbach das Publikum auf eine musikalische Reise mit drei Stationen. Zuerst ging es mit „Wizard Wheezes“ in die Zauberwelt Harry Potters, dann mit Herbie Hancocks Jazz-Klassiker „Cantaloupe Island“ auf eine einsame Insel und schließlich mit dem Hauptthema der Star-Wars-Filme in zukünftige, weit entfernte Galaxien.

Reiseführerin und Reiseführer durch die „fremden Welten“ waren Julia Kopp und Luke Berner aus der Klassenstufe zehn. Die beiden moderierten charmant durch den Musik-und-Poesie-Abend, wussten Hintergründe zu den einzelnen Programmpunkten und warfen sich gegenseitig die Bälle zu.

In die Welt der Märchen führte das Schattentheater der Klasse 5b. Illustriert durch das geheimnisvolle Spiel von Licht und Schatten, das Scherenschnitte auf eine Leinwand warfen, erzählten die Schülerinnen und Schüler die Märchen von der goldenen Feder und vom unglücklichen Sultan.

Spanisch wurde es mit dem Speak up Mambo „Cuentame“, den Musiklehrerin Miriam Wolff mit der Klasse 6b einstudiert hatte. An den Wortschöpfungen und fremdartigen Lauten hatte nicht nur das Publikum, sondern auch die jungen Sängerinnen und Sänger ihren Spaß.

Ab ins Weltall ging es mit Lehrer Hartmut Maurer und Sophie Kratt aus der 6b, die als Gesangs- und Gitarrenduo David Bowies „A Space Oddity“ und „Major Tom“ von Peter Schilling, der sich von Bowies Song hatte inspirieren lassen, vortrugen.

Experimentell ging es weiter mit dem Radioballett der Klasse 9b. Inspiriert vom Performance-Kunst-Kollektiv Ligna bezog die Klasse das Publikum mit ein und forderte es mit choreografischen Anweisungen auf, bestimmte Schrittfolgen auszuführen, Orte im Raum aufzusuchen, Materialien zu berühren oder mit anderen Kontakt aufzunehmen.

Fremde Konstruktionen baute die Klasse 5c, und zwar mit den eigenen Körpern. Bei ihrer Akrobatikvorführung stapelten sich die Schülerinnen und Schüler aufeinander, standen einander auf den Schultern, stemmten ihre Klassenkameraden in die Luft und verbanden sich zu immer neuen Figuren.

Unter dem Pseudonym „Die Drei von der Alm“ betraten die Musiklehrerinnen Ute Aipperbach, Margret Fuhrmann und Miriam Wolff die Bühne und gaben alpin gekleidet das Lied „Von der Schwoag bis auf d’Hochalm“ zum Besten. Dass es sich bei dem alpenländischen Volkslied um eine ganz fremde Welt handelte, zeigten Wörter wie „Kuahlanschen“, „Almbleamerln“ und „Habanspitz“, die das Publikum ratlos und gleichermaßen amüsiert zurückließen.

Der Vertiefungskurs Mathe der Klassenstufe 11 beschäftigt sich gerne und zusätzlich zum regulären Unterricht mit der für Viele fremden und außerordentlich geheimnisvollen Welt der Mathematik. Bei „Kunst und Poesie“ stellten die Schülerinnen dem staunenden Publikum Gedankenexperimente rund um das weitläufige Thema Unendlichkeit vor.

Aus mathematischen Höhen führte der Schulchor unter Leitung von Miriam Wolff das Publikum dann mit zwei Liedern zuerst hinunter in „Smokey Joe’s Café“ und dann mit „Heaven help us all“ in den Himmel zu Gott, den Stevie Wonder in seinem Gospelsong um Hilfe für eine ungerechte und geplagte Welt bittet.

Zum Finale des Abends verstärkte der Grundkurs Musik den Schulchor mit weiteren Stimmen und allerlei Schlag- und Blasinstrumenten. Mit Blumenketten umkränzt sangen die Schülerinnen und Schüler zum Abschluss die inoffizielle Nationalhymne Haitis „Haiti Cheri“.

Organisiert und geplant hatte „Musik und Poesie“ ein Team rund um die Musiklehrerin Margret Fuhrmann, die zum Dank vom Moderatorenduo einen Blumenstrauß überreicht bekam. Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus bevor es den Heimweg antrat zurück in die vertrauten vier Wände.

Föhl